Schlossblicke Ganz neue Perspektiven – selbst für Einheimische…


 

Bad Iburg, 11. Juli 2016

Großes Interesse zeigten die Besucher für die Ergebnisse des Studierendenwettbewerbs, ausgelobt vom Landesgartenschauförderverein „Besondere Blickpunkte auf das Schloss Iburg zu finden und zu inszenieren, das war die Aufgabenstellung für die Studierenden.

Dabei sind auch Standorte heraus gekommen, die wir in dieser Form gar nicht auf dem Schirm hatten“, so Gerd Bentrup, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. „Einige Standorte, bei denen ich skeptisch war, habe ich inzwischen mit dem Rad erkundet. Es gibt sie wirklich – und sie sind grandios!“, zeigt sich Bentrup, der die Preisverleihung vornahm, von den neuen Sichten auf Schloss und Stadt begeistert.

Mit viel Engagement und Kreativität suchten die Studierenden des 2. Semesters Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück, Standort Haste, in den Monaten zuvor an den Hängen der Stadt Blickpunkte auf das Iburger Schloss und arbeiteten sie in Entwürfen und Modellen als inszenierte Standorte heraus. „Wir haben bewusst den Blick der Studierenden auf Bereiche außerhalb des Gartenschaugeländes gelenkt“, so Prof. Dirk Junker von der Hochschule Osnabrück bei der Einführung in die vorgestellten Arbeiten.

Aus früheren Überlegungen rund um das Schloss, die in die bereits realisierte Neugestaltung des Schlossumfeldes mündeten, war dieser Aspekt von Sichtbeziehungen aus der umgebenden Landschaft auf das Schloss noch offen geblieben. „Ich freue mich ganz besonders, dass mit diesem Wettbewerb die Landesgartenschau quasi in die Realisierungsphase übergeht.

Aus der eher abstrakten Vorbereitungsphase leiten wir jetzt über in greifbare und realistische Projektideen“, sagte Annette Niermann, die Bürgermeisterin von Bad Iburg. Vielleicht könnten die „Schlossblicke“ mit einem Rundwanderweg erlebbar gemacht werden, schlug sie vor. Fast hundert Interessierte kamen im Verlauf von Präsentation und Preisverleihung in den Saal „Sophie von der Pfalz“ im Iburger Schloss.

Da der neu gestaltete Schlosshof an diesem Sonntag für Besucher geöffnet war, fanden vielen Neugierige auch den Weg in die Ausstellung. Selbstbewusst präsentierten die erfolgreichen Planerinnen ihre Arbeiten den Gästen. Was sie gereizt hat mitzumachen? „Gereizt hat uns, das Schloss als solches und die Umgebung näher kennenzulernen und seine Qualität durch einen Aussichtspunkt in Szene zu setzen. Uns war zudem wichtig einen Ort zu wählen, der eher unbekannt ist“, erklärte Denise Liebenow. „Und für diesen Standort sprach, dass er abgelegen und ruhig liegt, dennoch schon nach einer kurzen Wanderung zu erreichen ist“, ergänzt Jennifer Uthe.

Vor allem aber zeige der Ort „einen faszinierenden Blick auf das Schloss und seine Umgebung aus weiterer Entfernung“. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit positiv bewertet wurde, denn wir haben sehr viel Mühe und Leidenschaft in das Projekt investiert. Und so hoffen wir, dass unserer und einige andere Entwürfe in die Realität umgesetzt werden“, sagte zuletzt Juliana Götte.

„Für uns war dieser Wettbewerb ein voller Erfolg!“, erklärte Wolfgang Möller, aus dem Vorstand des Fördervereins. Er übergab die Preisgelder. „Wir führen schon erste Gespräche zur Realisierung einzelner Standorte. Ich würde mich freuen, wenn wir mit dieser Veranstaltung Sponsoren neugierig machen konnten, sich für die Projekte zu engagieren.“ „Wenn der wesentliche Rahmen der Landesgartenschau abgesteckt ist, dann wäre es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf die Chancen zu richten, die die vielfältigen – auch garten- und landschaftshistorischen – Bezüge des Iburger Schlosses bieten“, regte Dr. Susanne Tauss an, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land, der in der Hofapotheke der Iburg seinen Sitz hat.

Der Förderverein wird die prämierten Arbeiten sowie zahlreiche Modelle in seiner Geschäftsstelle an der Schlossstraße präsentieren. Selbstverständlich werden die erfolgreichen Arbeiten auch auf der Internetseite des Fördervereins zu sehen sein. Die prämierten Entwürfe: Eine knapp 30 Meter lange großzügige Holzbank schmiegt sich an den Hang der Lichtung im Dörenberg und schließt an eine großzügige Aussichtplattform an, so die Idee. Mit diesem spektakulären Entwurf – „Schlossblicke Bad Iburg – Herrenrest“ ist der höchst gelegene Aussichtspunkt in diesem Wettbewerb ‚Schlossblicke’ – haben Juliana Götte, Denise Liebenow und Jennifer Uthe den 1. Preis des Fördervereins geholt.

Die drei angehenden Landschaftsarchitektinnen freuen sich über ein Preisgeld von 750 Euro. Den zweiten Platz vergab die Jury für den Entwurf einer Aussichtsplattform im Bereich des Kohlbaches am Regenrückhaltebecken Schwarze Wiese. Mit wenig Aufwand eröffnet sich von hier aus ein ganz anderer Blick auf die Ostfassade des Schlosses. Gleichzeitig wird das vorhandene Biotop erlebbarer. (Planer: Roswitha Stolle/Valeria Losing)

Der dritte Preis: Dieser Entwurf arbeitet geschickt einen allseits bekannten Aussichtspunkt als „Wildwiese am Wasserwerk“ auf der Laeregge heraus. (Entwurf: Maximilian Pasch, Georg Beckmann und David Stahn) Zwei weitere Vorschläge wurden jeweils mit einer ‚Anerkennung’ belohnt: Mit einer kleinen, nestförmigen Plattform oberhalb des Charlottensees erschließt sich ein wunderschöner Blick auf Schloss, See und künftiges Gartenschaugelände (Team Ramona Haverland, Annika Liskow, Carina Tietjen).

Nur minimaler Aufwand wäre erforderlich, um abseits der Wanderwege einen weiteren interessanten Blickpunkt im Dörenberg zugänglich zu machen – das ist „Das Fichtenzimmer“ von Christoph Gudewer und Fabian Wichert.

1_11072016_PreisSchlossbl_hschm_40.jpg

1. Von links nach rechts: Juliana Götte, Denise Liebenow und Jennifer Uthe (1. Preis)

 

 

2_11072016_PreisSchlossbl_hschm_40.jpg

2. Die Gruppe der Preisträgerinnen und Preisträger mit Bürgermeisterin Annette Niermann

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s